Hardware

Die Drehbank D-6000 macht auf einen sehr massiven Eindruck. Auch die qualitative Verarbeitung sieht sehr Fachgerecht aus. Der Querschlitten läuft auf einem massiven, geschliffenen Prismenbett. Als Antrieb kommt ein 1.4 kW-Motor, der stufenlos geregelt werden kann, zum Einsatz. Als Stahlhalter verwende ich das System von Multifix, mit dem ich bis heute keinerlei Probleme gehabt hatte. Da ich keine Lust und auch keine Möglichkeit hatte, die Stähle nachzuschleifen, habe ich mich für Stähle mit Hartmetall-Wendeplatten entschieden. Zum Gewindeschneiden oder zum Arbeiten mit automatischem Vorschub wird die Maschine mit einem ganzen Haufen Zahnrädern geliefert, welche ich dank der Steuerung nie verwenden musste. Durch den Einsatz eines Encoders können sogar Gewinde geschnitten werden.

  • Sehr hohe Oberflächenqualität
  • Genauigkeit der Maschine hält sich im Bereich dessen, was von einer Maschine dieser Grösse erwartet werden kann
  • Sehr angenehme Bedienung

Würde ich meine Maschine erneut bestellen, würde ich folgente Punkte ändern:

  • Camlock-System zur Aufnahme des Drei- / Vierbackenfutters bestellen, da das Wechseln der Futter bei der Standardversion etwas lässtig ist./li>
  • Kugelumlaufspindeln beim Betrieb mit einer Steuerung (Genauigkeit)
  • Hauptspindelbohrung 30mm

Software

Die Software und das Steuergerät stammt aus der Schiede von Matthias Potthoff (HSE GmbH). Inzwischen gibt es zwei verschiedene Softwaren für Drehmaschinen. PcDreh 3.0 und Drehen Plus. Ich werde kurz auf die zwei Programme eingehen und meine Erfahrungen, die ich im Lauf der letzten drei Jahre gemacht habe aufzeigen.

PcDreh 3.0

Ausführlicher Bericht folgt.... soviel sei gesagt... einfach gehalten und brilliante Resultate

Zum Zeichnen der Drehkonturen dient ein 1mm Raster, welches einem das Konstruieren wie auf 1mm Papier erlaubt. Die auflösung der einzelnen Zeichnungsschritte kann dabei von 100mm bis 0.01mm variert werden. Bevor man mit der Kontruktion beginnt, werden die Werkstück Daten wie Durchmesser, Länge und einer evtl. Bohrung mit Durchmesser und Tiefe angegeben. Weiter kann die Art des Verwendeten Werkzeugstahls gewählt und die gewünschten Vorschübe eingestellt werden.

Das zeichnen selbst erfolgt über die Cursortasten. Wem diese Möglichkeit des Zeichnens zu kompliziert ist, der kann auch eine hpgl-Datei importieren. Da Drehteile jedoch im Verglich mit Frästeilen eher einfachere Konturen aufweisen, habe ich bis anhin alle Zeichnung direkt in PcDreh erstellt. In der Werkzeugverwaltung stehen folgende Stähle zur Auswahl:

  • Schruppen/Schlichten rechts
  • Schruppen/Schlichten links
  • Konturstahl
  • Innenausdrehen
  • Abstechen

Bei der Wahl der einzelnen Stähle können zusätzliche Parameter wie maximale Schnitttiefe, Schneidendurchmesser usw. eingegeben werden.

Ist die Zeichnung fertig erstellt, kann mit einer Simulation überprüft werden, ob die eingegeben Daten auch stimmen. Anschliessend kann das Teil gedreht werden. Das Vorgehen ist das folgende:

  1. Werkstück manuell nullen (X-Y-Achse)
  2. Steurung einschalten
  3. Programm starten
  4. Eingabe der Schrupp- und Schlichttiefe
  5. Maschine Beobachten und viel Freude daran haben was dabei entsteht... :-)

Drehen Plus

Drehen Plus ist eine Weiterentwicklung von PcDreh 3.0. Die Oberfläche, sowie die Bedienung ist im Wesentlichen gleich wie bei der Vorgängerversion. Folgende neuen Punkte sind neu hinzugekommen:

  • Innen- und Aussengewinde diverser Art, in Verbindung mit einem Encoder
  • Werkzeugverwaltung
  • Jobverarbeitung
  • Multilayertechnik
  • Einsatz von Referenzschaltern
  • Diverse Erleichterungen und Erweiterungen bei der Eingabe
  • usw.
Diese sind einige der wohl wichtigsten Punkte. Im Allgemeinen kann man sagen, dass es mit dieser Version nun endlich möglich ist, eine kleine Serienfertigung zu machen. Ist die Werkzeugverwaltung einmal eingerichtet, und der Job definiert, können Drehteile sehr effizient hergestellt werden. Um Gewinde schneiden zu können, muss die Umdrehung der Hauptspindel auf einen Encoder übertragen werden. Der Anbausatz ist bei Wabeco zu einem Preis von 160 Euro zu beziehen. In meinem Fall wird eine Umdrehung in 1024 Schritte aufgelöst, wobei der Encoder für jede Umdrehung einen Hauptimpuls liefert. Dies ist nötig, damit der Einstich am Gewinde immer am selben Ort stattfindet. Durch den Einbau des Encoders können alle Zahnräder für den Antrieb der Längsspindel entfernt werden, da mit Hilfe der Steuerung beliebige Steigungen möglich sind.

Fazit

Nachdem ich die Kugellager der Hauptspindel ersetzt hatte, präsentierte sich mir ein neues Bild meiner Maschine. Das Abstechen ist nun kein Problem mehr und ich kann sogar ohne Probleme mit rostfreiem Stahl arbeiten (auch Einstiche mit einem Konturstahl mit 6mm Breie sind kein Hindernis!!!). Bei Problemen oder Mängeln lohnt es sich, direkt mit der Firma Wabeco in Deutschland in Kontakt zu treten.

Das Arbeiten mit der Unterstützung einer Steuerung ist einfach genial. Vor allem wenn man einmal kleinere Serien Produzieren will. Zum einen wird ein Teil wie das Andere gefertigt und je nach Material kann man die Maschine mit gutem Gewissen auch mal alleine arbeiten lassen. :-)

Mit der Software bin ich sehr zufrieden. Matthias Potthoff ist ein sehr kompetenter Partner in Sachen gesteuerter Maschinen. Die Software ist einfach zu bedienen und die Resultate sind beeindruckend. Da ich in der DOS-Generation aufgewachsen bin, stört es mich auch nicht, dass es sich bei der Software um ein DOS-Programm handelt. Wie ich jedoch gehört habe, ist eine Windows-Version in Planung.