Hardware

Die Maschine ist in ihrer Konstruktion sehr einfach aufgebaut. Durch die nachträgliche Erweiterung der Verfahrenswege können nun Tragflächen mit bis zu 750mm Wurzeltiefe geschnitten werden. Die Segmentlänge ist auf ca. 1450mm begrenzt. Zum Schneiden von kurzen, stark gepfeilten Kernen, kann die Distanz zwischen den Schneideeinheit einfach verändert werden (siehe Bild). Das Schneiden mit dem langen Bogen ist dann nicht mehr möglich, sodass eine kurze Version gebaut werden musste. Die einzige Schwachstelle zeigt sich bei mir im Eillauf. So kann es vorkommen, dass sich die Spindel aufschwingt und im schlechtesten Fall den Schrittmotor blockiert. In diesem Bereich glaube ich, sind aber auch die Grenzen der Standardmaschine erreicht und wer eine Maschine für den professionellen Einsatz sucht, ist wohl mit der viel massiveren Profiversion besser bedient. Es empfielt sich, den von Stepfour empfohlenen Schneidetrafo einzusetzen. Dieser übernimmt den Schneidestrom direkt vom Steuergerät, so dass man sich beim schneiden nicht um diesen Parameter kümmern muss.

Software

Stepfour liefert für diese Maschine zwei verschiedene Software-Varianten aus. Zum einen eine Version, die ausschliesslich für das Schneiden von Tragflächen geeignet ist, und eine neuere Software, mit welcher in unterschiedlichen Ausbaustufen beliebige Teile aus dem Styropor geschnitten werden können. Bei beiden Programmen handelt es sich um Dos-Programme. Dieses Betriebssystem hat den Vorteil, dass ohne Unterbrüche in Echtzeit gearbeitet werden kann und die zum Einsatz kommenden Rechner keine Hochgeschwindigkeits-Maschinen sein müssen. So arbeite ich hier noch mit einem alten 486DX4 Laptop aus meiner Studienzeit. Probleme treten erst dann auf, wenn neuere Rechner mit Windows 2000 oder XP, die nicht mehr auf Dos basieren zum Einsatz kommen.

Die Tragflächenschneidesoftware (V1.66) ist sehr einfach aufgebaut. Nach der Wahl des inneren und äusseren Profils können diverse Parameter über die Geometrie der Tragfläche eingegeben werden. Anschliessend noch die Daten der gewählten Materialdicke und Maschinendaten und der Kern kann schon geschnitten werden. Ist die Tragfläche aus mehreren Segmenten aufgebaut, so einfach ein neues Segment hinzugefügt werden, wobei die Anschlussrippen übernommen werden.

Mit der Scheidesoftware (V3.4) können alle beliebigen Styroteile geschnitten werden, die man sich vorstellen kann. Zum üben habe ich aus drei Einzelsegmenten den Rumpf für eine AT-6 hergestellt (Bild oben), in dem die Tankhalterung und die Auflage für das Servo- und Empfängerbrett gleich mitgeschnitten wurden. In einem weiteren Projekt für die Firma Weidmann wurde aus 21 Teilen der Prototyp für den Elektroimpeller-Jet Flash geschnitten. Ein riesiger Vorteil beim Zeichnen der Schnitte liegt darin, dass mit unterschiedlichen Layern (Ebenen) gearbeitet werden kann. Folgende Punkte ermöglichen das uneingeschränkte erstellen beliebiger Teile:

  • Voll grafische Benutzeroberfläche mit Maus
  • Zeichenen auf bis zu 256 Ebenen
  • Schneiderichtung der einzelnen Schnitte
  • Abbrandes (positiv, negativ und kein Abbrand)
  • Eingabe von korrespondierenden Punkten
  • Angaben über den Verlauf des Schneidedrahtes zwischen den einzelnen Schnitten und die Rückfahrt zum Ursprung am Ende des Schnittes
  • Materialdatenbank
  • Geschwindigkeitsabhänige Abbrandkorrektur
  • 3D-Ansicht des jeweiligen aktuellen Segmentes
  • Simulation
Dies ist nur eine kleine Auswahl der für mich am wichtigsten Punkte. Wer genauere Informationen über die Produkte von Stepfour habe möchte, geht am besten direkt auf deren Website: www.step-four.at.

Fazit

Wer nun meint, er könnte einfach eine Schneidemaschine kaufen und auf den ersten Knopfdruck eine perfekt passende Fläche schneiden hat sich wohl geirrt. Das Bearbeiten von Styropor und verwandten Stoffen benötigt viel Übung und auch manch ein Rückschlage muss eingesteckt werden. So liegen die Probleme meist nicht in der Handhabung der Maschine, sondern viel mehr in der Auswahl der richtigen Qualität des Styropors. So habe ich es schon erlebt, dass ich eine volle Packung 100mm Styro-Platten wegen mangelnder Qualität entsorgen musste...ärgerlich!! Aber mit der Zeit entwickelt man beim Einkaufen von Material ein gewissen Instinkt, so dass solche Fehleinkäufe vermieden werden. Auch wenn ich die Maschine häufiger für Vereinskollegen brauche als für mich selbst, so bin ich immer wieder ab der Problemlosigkeit der Maschine begeistert und die Resultate können überzeugen!!! Durch die Profi-Schneidesoftware sind den Möglichkeiten im Bereich Styroschneiden keine Grenzen mehr gesetzt und es entstehen völlig neue Möglichkeiten in der Verarbeitung von Styropor und verwandten Stoffen.